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| b o t s c h a f t - die oblatinnen in der schweiz |
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Mutter Françoise de Sales Aviat hat ihr Leben ganz Gott geweiht.
Sie wollte im Geiste des hl. Franz von Sales in inniger Gotesverbundenheit leben und all ihre Kräfte in den Dienst des Nächsten stellen, besonders der heranwachsenden Jugend aus allen Kreisen. So gründete sie mit Pater Brisson, unter Führung von Mutter Chappuis, der herzensguten Jurasserin, die Kongregation der Schwestern Oblatinnen vom hl. Franz von Sales. Ein Kloster im Stil der Heimsuchung, aber öffentlichen Werken gewidmet.
Es war zur Zeit, als die ersten Fabriken der Jugend, sogar den Kindern die Türen öffneten und diese Jugend dringend Hilfe, Schutz, Unterkunft und Führung brauchte. Die Schwestern setzten sich ganz für diese jungen Menschen ein : Freizeitgestaltung, Eröffnung von Wohnheimen, wo die jungen Mädchen mit der Glaubenser- ziehung eine praktische Ausbildung in einer Atmosphäre der Arbeit und des freudigen Opfers erhielten und sich so auf ihr künftiges Familienleben vorbereiteten. Mutter Aviat sagte : "O ja, tun wir alles, um den Nächsten zum wahren Glück zu führen." Sehr rasch waren Kinderhort, Kindergarten, Primarschulen, Sekundarschulen, - selbst Gymnasien -, Jugendfreizeitbeschäftigung, Ferienkolonien, Mädchenwohnheime ins Leben gerufen. Die Kongregation der Schwesern Oblatinnen des heiligen Franz von Sales, die am 18. April 1866 in Troyes (Frankreich) begann, verbreitete sich in Europa, sandte Schwestern nach Südafrika, Süd- und Nordamerika. In Kolumbien widmen sich die Schwestern vor allem den armen, elternlosen oder verstossenen Kindern, in Equador den katholischen Schulen. Sie besuchen Elendsviertel, Kinderheime, Gefängnisse und sind im Pfarreidienst sehr aktiv. In Südafrika und Namibia betreuen sie sehr grosse Missionsgebiete. In Nordamerika führen sie hochwertige katholische Schulen. Mutter Françoise de Sales Aviat, durch die Verfolgung von Frankreich vertrieben, hielt sich nach dem 11. April 1904 mehrere Male im Geburtshaus der "Guten Mutter" in Soyhières (Jura) auf. Dort eröffnete sie
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mehrer Jugendwerke : eine Internatsschule, wo Mädchen Gelegenheit haben, in einer christlichen Atmosphäre die französische Sprache zu erlernen und gleichzeitig ihr 9. oder 10. Schuljahr zu beenden, wie auch während den Sommerferien. Frohes Internatsleben nach christlicher Lebens- auffassung im Geiste des hl. Franz von Sales, in einer schönen Jura-Landschaft. Familiäre Atmosphäre und Ansporn zu Charakterbildung helfen den Jugendlichen zu einer verantwortungsbewussten Lebensgestaltung. Eine ähnliche Schule wurde 1903 in einem kleinen Städtchen des Kantons Freiburg eröffnet und zwar in Châtel-St-Denis. Zu
jener Zeit nämlich wurde die noch junge Kongregation in ihrem Ursprungsland, Frankreich, schwer geprüft. Neue Gesetze verboten jegliche religiöse Vereinigung, und so wurden unsere 21 blühendsten Werke, innerhalb 24 Stunden, vom Staat beshlagnahmt…, die Schwestern vertrieben. Aber Gottes Vorsehung, seine Liebe beschützt ; und das grenzenlose Vertrauen der Gründerin trägt seine Früchte : dank der Verfolgung verbreitet sich das Werk und der Geist des heiligen Franz von Sales. Allmählich wächst das Institut St-François de Sales : heute wirken die Schwestern in der Sekundarschule, im Sprachkurs für deutschsprachige Schülerinnen (9. und 10. Schuljahr) ; sie begleiten die Kinder der öffentlichen Schulen über die Mittagszeit, sowie während den Schulaufgaben. Auch sind sie stark in der Pfarreiarbeit tätig. In Bern suchte Mutter Aviat 1904 eine passende Niederlassung. Es wurde ihr in der Junkerngasse ein preisgünstiges Haus angeboten, das "Gespensterhaus" Die Schwestern erteilten Nähkurse und blieben ein Jahr, bis sie etwas grösseres fanden, wo sie ein Heim für junge Mädchen eröffneten. Doch bald hatten sie wieder zu wenig Platz und zogen 1911 in die Könizstrasse, wo sie ihr Heim "Villa Maia" benannten. Der Name ist bis heute geblieben, obwohl die Schwestern 1925 nochmals in ein anderes Gebäude wechselten, das sich an der Kapellenstrasse 9 befindet. Heute noch finden hier Studentinnen, Schülerinnen und Lehrtöchter, sowie junge Angestellte oder Praktikantinnen heimelige Zimmer und gesunde Ernährung, Ansporn und ein Zuhause, Kameradschaft und Schutz in einer christlichen Umgebung. Auch Mütter, die ihre Kinder im Spital in Bern haben, sind oft froh, in der Villa Maria Unterkunft und Trost zu finden. Eine Hauskapelle lädt zur stillen Betrachung oder zur hl. Messe ein. So leben die Oblatinnen in Bern im Geiste des hl. Franz von Sales und versuchen ihn weiterzugeben. Der totale Einsatz von Mutter Léonie Françoise de Sales hat seine Früchte getragen und wird sie noch weiter reifen lassen. Gott möge vielen jungen Menschen den Mut verleihen, sich im Geiste des hl. Franz von Sales in den Dienst Gottes und des Nächsten zu stellen. Dafür helft uns beten ! Gibt es was Schöneres, als sein ganzes Sein dem zu widmen, der für uns Wahrheit, Weg, Leben und Liebe ist, und der uns sagt : "Was ihr dem Kleinsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."
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